Liebe Eltern und Mitbürger,

wir rufen Sie auf, aktiv gegen amoralische und unwissenschaftliche Inhalte des neu zugelassenen Biologielehrbuches vorzugehen. Drucken Sie den unten aufgeführten Brief aus, lassen Sie ihn von den Bekannten unterschreiben und schicken Sie ihn an das Kultusministerium direkt oder gerne als Scan an den Priester Thomas Diez.

An das Bayerische Kultusministerium
Abteilung V (Gymnasien), Referat 9.1
Salvatorstr. 2
80333 München
zu Hd. Herrn Dr. Ossig

 

Sehr geehrter Herr Dr. Ossig!

Wir wenden uns an Sie als Eltern, deren Kinder an bayerischen Schulen unterrichtet werden, denn wir befinden uns in größter Sorge über das in diesem Jahr neu herausgegebene Lehrbuch Natura 8 aus dem Ernst-Klett-Verlag, das im Biologieunterricht der 8. Jahrgangsstufe an Gymnasien eingesetzt wird. Wir haben den Inhalt des zweiten Abschnitts dieses Buches, Fortpflanzung und Individualentwicklung des Menschen, im Lichte des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG), der Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen, sowie unseres Grundrechts auf die Erziehung unserer Kinder betrachtet, das in der über tausend Jahre währenden Geschichte Bayerns und seiner christlichen Tradition verankert ist.

Wir sind zutiefst bestürzt darüber, dass der Freistaat Bayern die rechtlichen Grundlagen der Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen (nachfolgend „Richtlinien“) verlassen hat. Stattdessen hat er Inhalte gewählt, die eine Indoktrination unserer Kinder mithilfe der Ideologie der sexuellen Freiheit und Vielfalt darstellen, sowie eine Förderung von Lustgefühl und Gelegenheitssex, die grundsätzlich im Widerspruch zu unserer Religion und unseren verfassungsmäßigen Rechten als Eltern steht. Die Tugend der Enthaltsamkeit wird gar nicht erst erwähnt; sittliches Handeln und verantwortungsbewusste Entscheidungen, die sich aus der Bedeutung einer seelisch-körperlichen Partnerschaft ergeben, werden völlig unzureichend behandelt (siehe Richtlinien § 2.4). Sie erschöpfen sich im Buch darin, nein sagen zu können. Hingegen wurden in Kapitel 2.1 (Let's talk about sex) pornographische Cartoons gesetzt, würdelose und unangemessene sexuelle Handlungen (Selbstbefriedigung) in positives Licht getaucht, und in Kapitel 2.2 nahezu sämtliche Arten der Empfängnisverhütung präsentiert, ohne die Enthaltsamkeit auch nur zu erwähnen. Am Ende des Abschnitts wird eine sexuelle Handlung zwischen Jugendlichen derart pornographisch inszeniert, dass ihre Besprechung, zu der die Schüler aufgefordert sind, auf gebildetem Niveau unmöglich ist („Das erste Mal“ von Paul und Paula, S. 69). Daher verstößt der Inhalt des hier behandelten zweiten Abschnittes des Buches eindeutig gegen die Richtlinien vom 15. Dezember 2016, Az. V.8-BS4402.41-6a.141202, sowie gegen unsere verfassungsmäßigen Rechte als Eltern.

Die Familien- und Sexualerziehung zielt auf eine besondere Förderung von Ehe und Familie (siehe Richtlinien § 1.1). Hingegen arbeitet die Einleitung zu Abschnitt 2 (S. 42, 43) subtil gegen die Eltern, indem diese als einziges „Konfliktpotenzial“ der Pubertätsphase herausgegriffen werden. Dies wird durch ein provokantes, großformatiges Foto eines Vaters erreicht, der seine Tochter ausschimpft. Offensichtlich ist es das Ziel der Verfasser des Begleittextes („Stress mit deinen Eltern“), das Vertrauen der Jugendlichen zur Schule gegen das Vertrauen zu den eigenen Eltern auszuspielen. Doch damit wird die Autorität der Eltern untergraben und durch die Autorität der Schullehrer ersetzt. Worin deren Botschaft besteht, verdeutlicht die Abbildung von Antibabypillen und Kondomen neben dem erregten und gestikulierenden Vater. Auf der rechten Seite der Einleitung erscheinen zwei junge Mädchen in wollüstiger Umarmung, das nachahmend, was man auf der Titelseite einer Ausgabe des Vogue-Magazins erwarten würde. Diese Abbildungen haben nichts zu tun mit dem vorrangigen Ziel der Förderung von Ehe und Familie. Dementsprechend weist der gesamte Abschnitt „Fortpflanzung und Individualentwicklung des Menschen“ auch kein einziges Foto einer glücklichen Familie auf, die den Zusammenhang von Ehe und Fortpflanzung sinnfällig machen würde. Nach § 1.2 der Richtlinien sollte Familienerziehung Schülerinnen und Schüler „die mögliche Bedeutung von andauernder Partnerschaft, Ehe und Familie für die Entfaltung der Persönlichkeit“ erkennen lassen. Aber auch das Wort „Ehe“ sucht man in diesem Buch vergeblich. Das ist eine klare Unterschlagung eines wesentlichen Ziels der Richtlinien. 

Noch entsetzlicher ist die Bewertung der Selbstbefriedigung als ein Weg für Mädchen und Jungen, in der Pubertät „die Lustgefühle des eigenen Körpers kennenzulernen“ (S. 52). Dieser Text befürwortet, dass ein Heranwachsender seinen Körper erforscht, indem er sich selbst sexuell stimuliert. Weiterhin behauptet der Text, Selbstbefriedigung sei „für Frauen und Männer harmlos“ und habe „keine nachteiligen Folgen“ (S. 52). Diese Behauptungen sind vom psychologischen Standpunkt aus nicht gesichert. Desweiteren nehmen sie keinerlei Rücksicht auf das natürliche Erziehungsrecht der Eltern, ihren Kindern die Selbstbefriedigung aus moralischen Wertvorstellungen und religiösen Überzeugungen heraus als unsittlich zu vermitteln. Nach den Richtlinien ist die Basis der grundlegenden Rechtsnormen, an denen sich die Familien- und Sexualerziehung orientieren soll, ein Menschenbild, das „maßgeblich durch das Christentum und die Aufklärung geprägt ist“ (siehe Richtlinien § 1.1). Die Schule hat keinerlei Recht unsere Kinder dazu anzuleiten, sich selbst zu stimulieren, damit sie die Lustgefühle ihres eigenen Körpers kennenlernen! Die christliche Morallehre aller Konfessionen bezeichnet solches Handeln klar als Unzucht. Darüber hinaus verstößt die Schule mit dieser Aussage gegen die Grundrechte unserer Kinder, ihre eigene Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit wahrzunehmen. „Die Schule muss den Versuch einer Indoktrinierung der Schüler mit dem Ziel unterlassen, ein bestimmtes Sexualverhalten zu befürworten oder abzulehnen“ (BVerfGE 47, 46, 77; VG Münster, Urteil vom 8. Mai 2015, Az.: 1 K 1752/13, juris Rn. 34). Selbstbefriedigung ist ein Sexualverhalten. Wenn die Schule unsere Kinder lehrt, dass Selbstbefriedigung keine nachteiligen Folgen hat, wird dieses Sexualverhalten indirekt befürwortet. Damit ist der Tatbestand der Missachtung der Gewissensfreiheit derjenigen Kinder und Jugendlichen gegeben, die diese Praktiken als peinlich, liederlich und unwürdig empfinden. 

Ebenso gegen die Richtlinien verstößt der Inhalt über „das erste Mal“: „Lass dich nur darauf ein, wenn du wirklich Lust hast!“, lehrt der Text unsere Kinder. „Du selber wirst es spüren, wenn du Lust auf die Entdeckung gemeinsamer Sexualität hast“ (S. 53). Mit dieser gedankenlosen Einstellung fördert der Staat kein verantwortliches Verhalten; er untergräbt wiederum die Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit unserer Kinder und die Wertvorstellungen der Eltern. Das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen nennt als „oberste Bildungsziele“ die Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungs-freudigkeit (siehe Art. 1). Wer Gelegenheitssex als Norm für Jugendliche ausgibt, hat doch keineswegs diese Bildungsziele vor Augen; stattdessen leistet er einen Beitrag dazu, jungen Menschen die dauerhafte Bindung in der Ehe zu erschweren. Aus soziologischer Sicht ist es erwiesen, dass das Propagieren jugendlicher sexueller Aktivität zu hohen Scheidungsraten führt. Denn der Zerfall der Ehen rührt in den meisten Fällen aus ehelicher Untreue, für die das Ausleben der Sexualität in Kindheit und Jugend gleichsam der Nährboden ist. Um die gebotene weltanschauliche Neutralität zu wahren, hat die Schule die Enthaltsamkeit und Jungfräulichkeit vor der Ehe als eine gültige Option für eine gesunde Persönlichkeits-entwickelung der Kinder zu nennen.

Wir Eltern verlangen auch eine Diskussion über sexuellen Missbrauch und Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen, die über denKontext der Pädophilie hinausgeht (siehe Richtlinien § 4).  Obwohl die Pädophilie im Kapitel zur sexuellen Selbstbestimmung behandelt wird (S. 50), bezieht sich das einzige Beispiel für ein „Nein“ nicht im Rahmen sexualer Gewalt, sondern als Reaktion auf Handlungen wie „Mir ein Pflaster aufkleben” und “Mich an die Hand nehmen“ (S. 51). Gerade an dieser Stelle müsste das „Nein“ auch zu „eine sexuelle Beziehung eingehen“ genannt werden. Anstatt beim Thema Geschlechtsverkehr vorsorglich daran zu gehen, unsere Mädchen von sexueller Gewalt zu schützen, stellt das Biologiebuch des Klett-Verlags Phänomene wie „Kuscheln“ und „Sex“ auf eine Stufe (S. 44). „Beim ersten Mal“ lesen unsere Kinder eine pornografische Beschreibung von Paul und Paula, die miteinander verkehren, nachdem sie sich gegenseitig mit Massageöl eingerieben haben. Die Schüler werden im Text gebeten zu beurteilen, was Paul und Paula während ihres Geschlechtsverkehrs richtig und falsch gemacht haben. Diese Präsentation dient in erster Linie und gezielt dazu, bei unseren Kindern das „Lustgefühl“ zu wecken, und es scheint, dass die Autoren gerade dies erreichen möchten. Wir halten diesen Text für Minderjährige für verboten. Ebenso ist die detaillierte Erläuterung, wie ein Kondom benutzt wird, schamverletzend und hat im Schulunterricht weder im Wort, noch in der bildlichen Darstellung irgendetwas zu suchen (s. „Barrieremethoden“, S. 61). Pornographie wird mit Witzen und Cartoons als Anregung dargestellt, Geschlechtsverkehr zu erlernen (siehe „Let’s talk about Pornos“, S. 49). Abgesehen von der sittlichen Verkehrtheit dieses Unterfangens wird verschwiegen, dass der Konsum von Pornographie den Menschenhandel fördert und die Versklavung der Frau als Lustobjekt. Um den Richtlinien zu entsprechen, müsste dieses Thema unter Verzicht auf jedwede bildliche Darstellung behandelt werden, wobei vor dem Abhängigkeitspotenzial und anderen negativen Auswirkungen der Pornographie auf die menschliche Psyche zu warnen wäre.

Ideologisierung und Indoktrinierung durch die Lehrkräfte sind nach §1.1 der Richtlinien untersagt. Aber die Schule bleibt in der Diskussion der sexuellen Selbstbestimmung bzw. geschlechtlichen Identität nicht neutral, wenn sie lehrt: „Jeder sollte für sich entscheiden dürfen, welche Rolle und Identität er in seinem Leben einnehmen will – unabhängig vom biologischen Geschlecht, der Kultur und dem sozialen Umfeld, in dem er lebt“ (M1, S. 48).  Denn das bedeutet, dass die Schule unsere Kinder lehrt, in dieser wichtigen Entwicklungs-phasen auf den Einfluss der Eltern zu verzichten. Dies ist durch den pädagogischen Auftrag der Schule nicht gedeckt. Biologisches Geschlecht und geschlechtliche Identität als voneinander unabhängige Größen zu betrachten, ist eine Ideologie – ja, dies ist die Kernaussage der wissenschaftlich unhaltbaren „Gender“-Ideologie. Ihre unkritische Aufnahme in das vorliegende Lehrbuch verstößt eindeutig gegen die Richtlinien.  Weiterhin widerspricht die Behauptung, dass „ein heterosexueller Mann oder eine lesbische Frau nicht in der Lage wären, gegen ihre Gefühle anzukommen, auch wenn sie entscheiden würden, sich nicht mehr von Frauen sexuell angezogen zu fühlen“ (S. 50) dem Wissen und der Erfahrung des Christentums; diese Behauptung ist wissenschaftlich ungesichert, empirisch widerlegbar, und ignoriert die religiösen Werte von Milliarden Menschen auf der Erde. Unqualifizierte Äußerungen dieser Art sind an einer Schule unzulässig. 

Weiterhin nutzt das Buch eine antike Darstellung auf einer Wand in Pompeji, die zwei Männer und eine Frau beim Geschlechtsakt zeigt, als Beweismittel für folgende Behauptung: „Schon in der Antike war Bisexualität eine Form der sexuellen Identität“ (S. 50). Diese Stellungnahme ist irreführend und tendenziös. In der heidnischen Antike stand die sexuelle Sklaverei in Blüte, wie im Fall der Tempelprostitution. Es ist naheliegend, dass es sich bei besagter Szene um eine Studie aus diesem Milieu handelt. Sie gestattet daher keine Rückschlüsse auf eine wie auch immer geartete „sexuelle Identität“ der abgebildeten Personen. Zudem war der Begriff der Antike unbekannt; er ist eine Konzeptualisierung der Moderne. Ferner müssen wir darauf hinweisen, dass unter dem Titel „homosexuelles Verhalten bei Tieren“ Tatsachen durch die Verfasser willkürlich interpretiert werden. Wenn in der Bildbeschreibung zu zwei sich einander ihre Mähnen leckenden Löwen ausgesagt wird, dies sei ein Beispiel für Homosexualität (S. 69), dann wurde hier offensichtlich die Wirklichkeit ideologisch gefärbt: Das Lecken ist bei Katzen bekanntermaßen ein sich Säubern (Löwen haben keine Seife). 

Aufgrund der hier angesprochenen Mängel des Buches, die mit dem Ausschluss unserer Wertvorstellungen und der unserer Kinder als Christen einhergehen, verlangen wir:

1) die Zulassung des Biologiebuchs Natura 8 unverzüglich zu widerrufen, solange der Abschnitt Fortpflanzung und Individualentwicklung des Menschen nicht mit den Richtlinien und den Erziehungsrechten der Eltern in Übereinstimmung gebracht ist;

2) zur Überarbeitung des Lehrbuchs Vertreter der verschiedenen christlichen Bekenntnisse – darunter auch der orthodoxen Kirchen – hinzuzuziehen, die den sexualethischen Standpunkt ihres Glaubens kompetent vertreten können;

3) bis zum Widerruf der Zulassung für Natura 8 all denjenigen Schüler, die dieses Buch in Biologie benutzen, kurzfristig eine Unterrichtsbeurlaubung für den Lernbereich 3 (Fortpflanzung und Individual-entwicklung des Menschen) auszusprechen, wenn von den Eltern einer oder mehrere der folgenden Gründe geltend gemacht werden:

- die Überzeugung, dass der Inhalt des Lehrwerks gegen die Landesverfassung verstößt (vgl. § 126 Abs. 1, § 131 Abs. 2, § 135 und § 136 Abs. 1), gegen das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG, Art. 1 Abs. 1 und 2, Art. 48 Abs. 2), sowie gegen die Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen (1.1: „Ideologisierung und Indoktrinierung sind den Lehrkräften untersagt. Sie sind an die Wertentscheidungen und Bildungsziele gebunden, wie sie in der BV festgelegt sind. Die religiösen Empfindungen (Art. 136 Abs. 1 BV) sowie das Persönlichkeitsrecht des Individuums, insbesondere der schutzwürdige Intimbereich der einzelnen Schülerinnen und Schüler, der Erziehungsberechtigten und der Lehrkräfte sind zu achten“).

Wir erwarten eine positive Rückmeldung an: Priester Thomas Diez, Gruber Straße 2,

85551 Kirchheim (bei München), E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 

Mit freundlichen Grüßen,

P. Thomas Diez

 

Автор: Прихожанин г. Мюнхена 

Дорогие родители, многие уже столкнулись, а некоторые только наслышаны о сексуальном просвещении детей в школах. О. Фома столкнулся в этом году с жутко извращенными темами в учебнике 8 класса, как с моральной, так и с научной точки зрения. Поэтому он и еще один родитель с помощью юриста составили письмо в министерство образования Баварии (прилагаю). Для весомости этого письма нам необходимы подписи родителей, которые так же настроенны категорически против развращения своих детей. О. Фома выложит у входа в храм таблицы, куда вы можете внести ваши имя, фамилию, индекс и город (больше ничего не нужно). Причем можно отдельно данные мамы и папы (каждый голос важен). Таблицы выложат на первой службе и соберем их после второй службы. Это непростая борьба! Просим не оставаться равнодушными в битве за души ваших детей. Каждый голос важен. Заранее спасибо. С Богом.

ОТ РЕДАКЦИИ РУБРИКИ "Вечные ценности":

Для тех, кто не ходит в храм или не успел подписать в вышеупомянутых таблицах, предлагаем распечатать письмо, подписать, собрать подписи знакомых и отправить в министерство (фотокопию желательно отцу Фоме).

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