Am 14. September 2018 wurde im ukrainischen Fernsehen das Exklusiv-Interview des seligsten Metropoliten von Kiew und der ganzen Ukraine Onufrij gezeigt.

Митрополит Черновицкий и Буковинский, Местоблюститель Киевской митрополичьей кафедры Онуфрий

Wie die Informationsabteilung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) mitteilt, spricht hier der Metropolit Onufrij von seiner Haltung gegenüber den kirchlichen Ereignissen in der letzten Zeit die mit den Handlungen des Patriarchats von Konstantinopel hinsichtlich der Ukrainischen Orthodoxen Kirche verbunden sind.

Das Oberhaupt der Ukrainischen Kirche rief das Volk der Ukraine dazu auf, nichts zu fürchten, die Reinheit des orthodoxen Glaubens zu bewahren, mit Gott zu leben.

Metropolit Onufrij: - https://m.youtube.com/watch?v=fOBp3lWiVu8

Ексклюзивне інтерв'ю Предстоятеля УПЦ про церковні події в Україні

 

„Heute versucht man uns in das Format einer politischen Partei hineinzuziehen, damit nicht Christus uns lenkt und leitet, sondern die Politiker. Wenn ich Politiker hätte sein wollen, dann wäre ich auch gleich in die Politik eingestiegen. Allerdings hatte ich in meiner Jugend solche Gelegenheiten. Aber ich habe diese verworfen. Nachdem ich das geistliche Kleid angezogen habe, bin ich auch verpflichtet mich um das Geistliche zu kümmern und geistlich zu handeln.

Diejenigen, die geistliche Kleider angezogen haben, aber aktiv Politik betreiben, geopolitische Pläne aufbauen – das sind einfach unredliche Menschen, die nicht echte Politiker werden konnten, sondern Umwandler (Lykanthrope) geworden sind um mit der Hilfe der geistlichen Gestalt die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu lenken. Das ist unehrlich. Diese Menschen werden es vor Gott zu verantworten haben.

Wir sind eine eigenständige Kirche. Und wir haben alle Attribute der Unabhängigkeit, die heute für den normalen Dienst an Gott und dem Volk notwendig sind. Wir haben eine eigene Geheiligte Synode, die von niemandem abhängig ist, wir haben ein eigenes Bischofskonzil, das von niemandem abhängt. Die Beschlüsse unseres Konzils sind endgültig, niemand kann sie bestreiten, Berufung oder ein Veto dagegen einlegen. Wir haben das Kirchengericht der UOK, das die höchste Instanz ist. Wir haben die ökonomische und administrative Unabhängigkeit.

Der Tomos [das Dokument der Autokephalie – d. Übers.] wird unsere Freiheit, die wir heute haben, einschränken. Wenn das irgendjemand braucht, bitteschön! Wir brauchen das nicht. Wir haben die Unabhängigkeit, die Selbstständigkeit, und alle Attribute des freien Lebens, die für einen erfolgreichen kirchlichen Dienst an den Menschen nötig sind.

Mit dem Moskauer Patriarchat haben wir geistliche Verbindungen, gebetshafte Verbindungen, kanonische Verbindungen, kulturelle Verbindungen. Das ist normal, so muss es sein.

Die Kirche ist keine politische Organisation, die heute den einen liegt, den anderen aber fast, und morgen – umgekehrt. Die Kirche liebt alle! Wir lieben die Russen, wir lieben die Amerikaner, wir lieben die Afrikaner, wir lieben die Asiaten. Wir haben keine Feinde. Wir haben Widersacher, die sich gegen uns wenden, aber das sind keine Feinde. Wir beten für sie.

Das Patriarchat von Konstantinopel entsandte in die Ukrainerin zwei seiner Exarchen. Solche Handlungen sind antikanonisch – [es ist gegen die Kirchenregeln] in unsere unabhängige Kirche eigene Legaten zu schicken, eigene Exarchen.

Einst war dies [Konstantinopel] eine mächtige Kirche, die die gesamte zivilisierte Welt umfasste und sich mit dem byzantinischen Imperium identifizierte. Das byzantinische Imperium umfasste die Welt, und die Kirche war dem Imperium gleich. Aber heute gibt es dieses Imperium nicht. Sie leben von der Vergangenheit.

Heute ist der einstige große Staat Byzanz zur Türkei geworden, und der Glaube dort ist nicht die Orthodoxie. Heute kann man die orthodoxen Gläubigen dort an den Fingern abzielen. Diejenigen, die ihre Heimat, ihr Vaterland dahin gebracht haben, dass es aus einem orthodoxen Staat zu einem muslimischen Staat geworden ist, wollen die Befehlsgewalt über uns übernehmen und uns lehren, wie wir leben sollen. Wollen sie auch unsere Ukraine in den Zustand versetzen, in den sie das eigene Heimatland geführt haben… Also haben sie weder das moralische noch das kanonische Recht hierher Exarchen einzusetzen und sich in unsere Angelegenheiten einzumischen.

Die Einmischung in die Angelegenheiten einer anderen Kirche – das ist ein antikirchliches antikanonisches Vorgehen und somit die Sünde. Die Sünde aber führt zur Trennung unter den Menschen. Die Einmischung in die Angelegenheiten unserer Kirche kann ein Schisma bewirken in der Orthodoxen Kirche im globalen Maßstab.

Die Kirche kann nicht nach den Standards der Weltlichkeit leben. Das weltliche Leben, besonders das politische, ist vermischt mit Intrigen, Täuschungen, Verrat. Es ist das Sortiment eines jeglichen Übels. Die Kirche kann nicht nach diesen Maßen, nach diesen Normen leben. Die Kirche lebt durch die Gebote Christi. Wir haben eigene Methoden des Kampfes mit dem Bösen – das Gebet, die Umkehr [Metanoia, Reue], die Geduld, die Demut vor Gott und vor einander. Das ist eine gewaltige Waffe, die das Böse vernichtet.

Der Priester ist dazu berufen, Friedensstifter zu sein, nicht aber Politiker, welcher die Menschen auseinanderdividiert. Die Ideologie, die heute propagiert wird, ist nicht Gottes Ideologie. Und die besondere „Moral“, die unserer Gesellschaft aufgedrängt wird, erweist sich nicht als christlich, sondern als antichristlich. Neue Regeln werden eingeführt: gleichgeschlechtliche „Ehen“, Abtreibungen, Selbsttötungen und dergleichen. Das steht Christus entgegen, Gott segnet das nicht.

Die Kirche erfüllt ihre Mission – sie führt den Menschen zu Gott. Sie erinnert die Menschen daran, dass wir alle – Geschöpfe Gottes sind, sie ruft dazu einander zu lieben, tolerant zueinander zu sein, einander zu helfen. Ich glaube und weiß, die Kirche wird bestehen bis zu der Welt Ende, weil der Herr gesagt hat, dass „die Höllenpforten sie nicht überwinden werden“ (Mt 16, 18).

Ich möchte mich an alle orthodoxen Gläubigen in der Ukraine wenden. Fürchtet nichts, seid fest in eurer Liebe zu Gott, bewahrt die Reinheit des Orthodoxen Glaubens, welche allein der Weg ist, der zu Gott führt. Liebet einander, seit langem gütig zueinander, helft einander. Das Böse wird vorübergehen, aber das Gute wird ewig leben.

Wenn wir alle geduldig sein werden, in der Liebe zu allen und zueinander leben werden, dann wird uns keinerlei Böses besiegen. Gott ist ein Gott der Kraft. Das Böse aber hat keine Kraft. Lebt mit Gott! Und lasst uns freudig, glücklich und gesegnet sein!“ - so spricht der Vorsteher der Ukrainischen Orthodoxen Kirche.

Перевод: Erzpriester Nikolai Artemoff

Помочь добрым делам

Hilfe für gute Taten